Eisen von Schwarzenberg, Johann Georg

♂, Geistlicher, Schriftsteller

* Polsingen (Mittelfr.) 1717-01-19
† Jaropolč (Gouv. Moskau) 4. (15.?) 2. 1779

DBBL: S. 185

Leben

V.: Gottfried E. v. S., Pfarrer; M.: Elisabeth, geb. Döderlein; ⚭ 19. 2. 1747 Christina Beata Reussner, aus Past. Salisburg (Livl.). Häusl. Unterricht b. V., dann b. Großonkel Joh. Alex. Döderlein in Weißenburg (Mittelfr.). 1737-40 stud. theol. in Halle, hörte auch mediz., mathem. u. physikal. Vorlesungen. Seit 1741 Hauslehrer in Awinorm (Ksp. Lohhusu), 1746-74 Pastor in Torma u. Lohhusu (Livl.). Gab d. Pfarre auf, weil seine Einkünfte beschnitten und er von Eingepfarrten gehetzt wurde. Wegen angeblicher Auflehnung von der Gouvernementsregierung gerichtlich verfolgt. 2 Jahre in St. Petersburg. 1776-77 Prof. h. c. an d. Acad. Petrina u. Insp. d. hzgl. Oekonomie u. Gärten in Mitau. Dann in Livland u. St. Petersburg, schließlich Oberverwalter d. Güter d. Gfn. Cernyšev im Gouv. Moskau. Typischer Vertreter d. Aufklärung, vielseitig interessiert. Physiokrat. S. Beschreibung d. Leibeigenschaft in Livland (Müllers Samml. russ. Geschichte 9 [1764], 481-527), in der er sie sehr negativ bewertete u. i. Umwandlung in Geldpacht verlangte, war d. erste scharfe Protest gegen d. Mißstände, hatte aber nur e. mittelbare Wirkung. Setzte sich seit 1769 erfolgreich f. d. Pockenimpfung ein

Werke

zahlr. Abhh.; Unterricht von der allgemeinen Kräuter- und Wurzeltrocknung (1773; in 5 Sprachen übersetzt); Das Christenthum nach der gesunden Vernunft und der Bibel (1777); Gartenbuch in estn. Sprache (Ms.)

Bibliographie

R/N u. Nachtr

Nachweise

R/N u. Nachtr.; Gadebusch, Livl. Bibl. 1, 250-91; Nord. Misc. 28, 241; Dannenberg, 10; EBL (P. Treiberg); Wihksninsch, 205-30; Zeiferts, 311; Schaudinn, 113 ff.; M. Lipp, Das „Gartenbuch" von Pastor J. G. E., in: SB Dorpat 1905, 45-52; H. Diederichs, Über J. G. E.'s Aufenthalt und Tätigkeit in Kurland, in: SB Mitau 1908, 18 f.; Georg Sacke, Zur Chronologie der literarischen Wirksamkeit Pastor Eisens, in: Jb. f. Gesch. Osteuropas 6 (1941), 85-91