Waldhaus von Heerse, Johann

♂, Meister des Deutschen Ordens in Livland


† bis 8. 1473

Genealogie

V.: Friedrich Waldhaus von Heerse. M.: Agnes von Mengede gen. Osthof, die Schwester des Meisters Johann von Mengede gen. Osthof.

Leben

Stammte aus der Grafschaft Mark. 1451 Kumpan in Soneburg. Vor 1459 vermutlich Landvogt von Karkus. 1459-63 vermutlich Vogt von Narva. 1466-68 Komtur von Marienburg. 1468-70 Komtur von Reval. 1470-71 Meister von Livland. Im November 1470 verlegte seine Residenz nach Fellin, versuchte danach mehrere Gebiete des Ordenslandes unter seine direkte Kontrolle zu bringen. Seine Reformen stießen auf den heftigen Widerstand anderer Ordensgebietiger und Ritterbrüder. Im Juli-September 1471 plante einen Krieg gegen das benachbarte russische Land von Pleskau und gegen das Großfürstentum Moskau. September-Oktober 1471 abgesetzt und gefangengenommen. Bis August 1473 in Gefangenschaft gestorben, wohl ermordet .

Bibliographie

Stavenhagen, Zur Abstammung des Wolthuss von Herse, in: Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik 1896, S. 80–81; Stavenhagen, Johann Wolthuss von Herse, 1470-71. Meister des Deutschen Ordens zu Livland, Mittheilungen aus der livländischen Geschichte 17 (1897), S. 1-88; Cosack, Zur auswärtigen Politik des Ordensmeisters Wolthus von Herse, Hans. Geschichtsblätter 21 (1915), S. 99-118; Arbusow, Geschlechter, Nr. 537 (770); Fenske/Militzer, Ritterbrüder, S. 693-95, Nr. 928; Neitmann, Von der Grafschaft Mark nach Livland. Ritterbrüder aus Westfalen im livländischen Deutschen Orden, Köln u. a. 1993, S. 560-66

Nachweise

LUB I/11, Nr. 160; I/12, Nr. 420, 593, 706, 717 f., 729, 742, 756-58, 828; UB Malinckrodt I, Nr. 321, 336; Brieflade I, 1, Nr. 275, 280 f., 283 f.; Regesta JH, Nr. 16531; Kämmereibuch Reval 1463-1507 I, S. 159, 164 f.; HR II/7, Nr. 75; Livl. Güterurkunden I, Nr. 460, 465, 468-70